Aloys Henhöfer

Aloys Henhöfer

Aloys Henhöfer war es, der Spöck weit über die Grenzen Badens bekannt gemacht hat. Er wirkte hier in der Gemeinde von 1827 bis 1862 und ist hier auf dem Friedhof begraben.

Er wurde am 11. Juli 1789 in Völkersbach geboren, war ein erst römisch-katholischer, später evangelischer Theologe. Aloys Henhöfer, Sohn einer katholischen Familie und von seiner Mutter in strengem Glauben erzogen, besuchte das Gymnasium in Rastatt und studierte Theologie in Freiburg im Breisgau. 1815 wurde er zum Priester geweiht und kam als Kaplan und Hauslehrer der Kinder des Freiherrn Julius von Gemmingen nach Steinegg. 1818 wurde er Pfarrer im benachbarten, ebenfalls zur Gemmingischen Herrschaft gehörenden Mühlhausen an der Würm.


Der charismatische Henhöfer fand als Prediger großen Zulauf und wurde zum Werkzeug der badischen Erweckungsbewegung. Nach Kontakten zur pietistischen Gemeinde in Korntal entwickelte er zunehmende Zweifel an der Lehre der katholischen Kirche. Bei dieser wiederum stießen die von ihm verbreiteten Ansichten zunehmend auf Kritik, was 1822 zu seiner Exkommunion führte. Schließlich trat er 1823 gemeinsam mit Julius von Gemmingen, dem größten Teil von dessen Familie und mehreren hundert Dorfbewohnern zur evangelischen Kirche über, was damals in ganz Deutschland großes Aufsehen erregte.

Henhöfer Denkmal

Henhöfer wurde evangelischer Pfarrer und hielt in der St. Nikolauskirche eine Predigt vor Großherzog Ludwig I. von Baden. Dessen Kommentar lautete: "Gelehrt redet er nicht. Das kann man nicht sagen. Aber es geht einem durchs Herz."

Aloys Henhöfers Wunsch, die neu entstandene evangelische Gemeinde in Mühlhausen weiter als Pfarrer betreuen zu dürfen, wurde ihm allerdings verwehrt. Als evangelischer Pfarrer wirkte er zunächst in Graben, dann in Spöck und Staffort. Auch dort zog sein Ruf als Prediger Menschen aus weitem Umkreis an, doch verstand er auch, die Erweckungsbewegung unter dem Schirm der Kirchenorganisation zu halten. Unter seiner Mitwirkung entstanden mehrere Waisen-, Rettungs- und Diakonissenhäuser in Baden sowie der Verein für innere Mission. Im Jahr 1856 wurde Henhöfer von der Universität Heidelberg zum Ehrendoktor ernannt.

Aloys Henhöfers Grab befindet sich bis heute auf dem Friedhof in Spöck.